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Risiko: Grüne Gentechnik

eBook - Wem nützt die weltweite Verbreitung gen-manipulierter Nahrung?, WeltThemen

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783860999691
Sprache: Deutsch
Umfang: 216 S., 3.47 MB
Auflage: 1. Auflage 2012
E-Book
Format: PDF
DRM: Digitales Wasserzeichen

Beschreibung

Gen-Reis, Gen-Raps und Gen-Mais - die globale Debatte um Grüne Gentechnik wird heftig geführt. Nahrungsmittel-Konzerne behaupten, dass der Anbau von Genpflanzen den Hunger aus der Welt schafft. Aber die meisten Verbraucher wollen kein Gen-Food essen. Und niemand kann garantieren, dass sich Gen-Pflanzen anbauen lassen, ohne die gentechnikfreie Landwirtschaft durch Pollenflug massiv zu belasten. Die internationale Diskussion um Grüne Gentechnik folgt der Annahme, dass alle Staaten diese Technologie anwenden und ihre Produkte zulassen müssen. Weigert sich ein Staat, wird ein solcher Fall als Handelshemmnis gebrandmarkt und kommt vor das WTO-Schiedsgericht. Die Macht der Life Science Industrie zwingt Ländern im Süden Entscheidungen zum Teil gegen ihre Überzeugung und ihre Fähigkeit auf, die Risiken dieser Technologie zu regulieren. Das Recht auf weltweite Verbreitung von genmanipuliertem Saatgut wird gewährt, während das Recht der Verbraucher und Bauern, sich zu schützen, in die Defensive gerät. Der angebliche Beitrag der Grünen Gentechnologie zur Beseitigung des Hungers ist eine rhetorische Dampfwalze, mit der für diese Technologie in Entwicklungsländern der Weg gebahnt wird. Dennoch stehen in den internationalen Auseinandersetzungen die kleinen und armen Entwicklungsländer eher auf der Seite derjenigen, die für höhere Sicherheitsstandards kämpfen. Die letzten Gefechte um zentrale Fragen der globalen Gentechnikpolitik sind noch nicht ausgetragen. Das Buch informiert gründlich über Grüne Gentechnik. Es beschreibt die Risiken aus der Perspektive von Verbrauchern und Bauern im Süden und im Norden und deckt die Verstrickungen von Konzernen und Regierungen auf, die die Verbreitung von Gen-Pflanzen für ihre Interessen vorantreiben.

Autorenportrait

Die Autoren:Suman Sahai ist habilitierte Humangenetikerin der Universität Heidelberg und Direktorin der indischen "Gene Campaign", einer nationalen Nichtregierungsorganisation, die stark auf die indische Gesetzgebung und Forschungspolitik Einfluss nimmt. Sie ist Gewinnerin des Borlaug Preises von 2004, eine der höchsten Auszeichnungen im Bereich der Ernährungssicherung und agrarsozialer Fragen. Sie sitzt in verschiedenen Beraterkommissionen der indischen Regierung zu Biodiversitäts-, Agrar- und Handelsfragen.Rudolf Buntzel ist promovierter Volkswirt. Er arbeitet seit dreißig Jahren zu internationalen Agrarfragen, ist Autor mehrerer Veröffentlichungen und Beauftragter für Welternährungsfragen des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED).

Leseprobe

Einleitung Der internationale Diskurs um die Agro-Gentechnik (GVO), besonders um GVO-Pflanzen, folgt immer häufiger der Annahme, dass alle Nationen diese Technologie akzeptieren und übernehmen müssten. Ein Abweichen von dieser Linie wird als Verfehlung gewertet. Schlimmer noch, es wird als schwerwiegendes Handelshemmnis ausgelegt. Einem Land, das sich vor dieser Technik schützen will, wird mit dem WTO-Streitschlichtungsverfahren gedroht, weil es angeblich den freien Welthandel behindere. Dieser Vorwurf wurde auch der Europäischen Union (EU) gemacht, weil sie den Zweifeln ihrer Bevölkerung nachgekommen war und 1999 ein Quasi-Moratorium über Zulassung und Import dieser Technik und ihrer Produkte ausgesprochen hatte. Die überwiegende Mehrheit der Europäer wollte nichts von genmodifizierter Nahrung wissen. Sie ist sich über die vermeintliche ökologische und gesundheitliche Sicherheit der GVO-Technologie unsicher. Die US-Regierung war empört und fand das "unfair". Wieso konnten die EU-Bürger der Meinung sein, die vorgelegten Beweise über die Sicherheit dieser Pflanzen und Nahrung seien nicht eindeutig? Der Vorwurf der Amerikaner lautete: Ein Land darf sich nicht populistisch der Mehrheit seiner Bevölkerung beugen, wenn es damit den Welthandel beeinträchtigt. Weil sich die EU weigerte, genveränderte Pflanzen anzuerkennen, sanken die US-Exporte von Soja und Mais nach Europa. Daraufhin verklagte die US-Regierung die EU bei der WTO und warf ihr vor, ein unnötiges Handelshemmnis aufgebaut zu haben. Das Verfahren läuft. Menschen und Regierungen werden durch die Ansichten und Vorgehen verschiedener US-Behörden und durch die aggressiven Verkaufsmethoden der Gentechnikkonzerne in die Defensive getrieben. Sie müssen begründen, warum sie diese neue Technologie nicht begeistert begrüßen. Dabei ist die Sicherheitsfrage dieser Technologie keinesfalls geklärt. Das gilt besonders für ihre Anwendung in der Landwirtschaft der Entwicklungsländer. Mit Hilfe einer Kombination von Schmeicheleien und Schwitzkastenmethoden wird Druck auf diese Länder ausgeübt. Der Widerstand einer Regierung des Südens nach der anderen fällt. Immer mehr Länder entscheiden sich zugunsten der Zulassungsmöglichkeit von GVO, meist unter Protest der Bevölkerung und gegen eine Mehrheit im eigenen Land. Zuletzt haben die Regierungen von Tansania, Mexiko und Brasilien ihre heiß umkämpften Gentechnikgesetze verabschiedet, begleitet von heftigen Protesten von Bauern und Verbrauchern. Selbstverständlic

Inhalt

Inhalt1 Einleitung 2 Die Agro-Gentechnik und die Hungerdebatte 3 Gentechnikansatz und soziale Strategien der Hungerbekämpfung im Widerstreit 4 Agro-Gentechnik als Teil des internationalen Handelsregimes 5 Regulierungsmodelle im Konflikt: USA und EU-Gentechnikpolitik 6 Der internationale Rechtsrahmen zur Agro-Gentechnik 7 GVO-Pflanzen und die Zentren der genetischen Vielfalt 8 Erfolgreiche Alternativen zum Entwicklungspfad der Agro-Gentechnik sind verfügbar 9 Die sozio-ökonomiche Risikoanalyse von GVO 10 Geistige Eigentumsrechte (GER) und ihre Bedeutung für die Agrarforschung

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